Kinderwunsch

Mann und Frau in ihrer Wohnung
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Es ist keine leichte Entscheidung für einen Mann, die eigene Fruchtbarkeit testen zu lassen. Doch wer die Zweifel besiegt, wird von den Ergebnissen überzeugt werden. Denn Klarheit bringt oft auch Entspannung mit sich.

Für viele Männer ist es wohl erst einmal eine Überwindung, sich einer Fruchtbarkeitsuntersuchung zu unterziehen. Das weiß aber jeder Arzt und wird entsprechend sensibel auf Sie eingehen.
Die Abklärung startet zunächst einmal mit der Besprechung Ihrer Krankengeschichte (Anamnese). Ihr Arzt erfragt abgelaufene Entzündungen im Genitalbereich, darauf folgt eine klinische Untersuchung. Diese Untersuchung wird in aller Regel von einem Urologen oder spezialisierten Hautarzt (Andrologen) durchgeführt. Er untersucht Sie auf Chlamydien (bakterienähnliche Erreger), auf Fehlbildungen oder Krampfadern im Bereich der Genitalorgane und auf die Beschaffenheit und Größe der Hoden. Anschließend wird eine mikroskopische Kontrolle der Samenflüssigkeit (Spermiogramm) durchgeführt. Damit wird die Spermienzahl und auch der Anteil der gut beweglichen Samenzellen sowie die Anzahl fehlgebildeter Spermien festgestellt.
Bei mehrfach bestätigtem völligen Fehlen von Samenzellen in der Samenflüssigkeit kann von einer Zeugungsunfähigkeit ausgegangen werden. Ist die Zahl der Samenzellen lediglich gering, so ist zumindest theoretisch eine spontane Schwangerschaft möglich. Das gilt auch für fehlgeformte Samenzellen oder solche mit schlechter Beweglichkeit. Allerdings ist die statistische Wahrscheinlichkeit für eine spontane Schwangerschaft in diesen Fällen niedriger.
In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle von eingeschränktem Spermabefund ergeben sich keine Behandlungsmöglichkeiten. Deshalb sollte die Diagnostik beim Mann kurz gehalten werden. Am Ende der Untersuchungen wird Ihr Arzt seine Einschätzung abgeben, wie realistisch eine Schwangerschaft überhaupt erscheint. Diese Beurteilung kann am ehesten ein Reproduktionsmediziner treffen.
Ergibt sich aus Ihrer und aus der Untersuchung Ihrer Partnerin kein Grund für die ungewollte Kinderlosigkeit, so bietet es sich an, die Eileiterdurchlässigkeit der Frau zu testen.
Dieser Text basiert auf Informationen aus der Broschüre “Kinderwunsch”, die vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin ausgezeichnet wurde (u.a. wegen ihrer Verlässlichkeit) und wurde zusätzlich geprüft vom Hauptautor der Broschüre, Prof. Dr. med Rainer Wiedemann vom Medizinischen Versorgungszentrum in Stuttgart.

Tags: Untersuchungen, Kinderwunsch, Fruchtbarkeit, Kinderwunsch

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