Kinderwunsch

Mann küsst seine Partnerin
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Für Paare, die ungewollt kinderlos bleiben, bietet die heutige Medizin viele Möglichkeiten, eine Schwangerschaft herbeizuführen. Hier ein erster Überblick über dieses weite Terrain.

Mit Fruchtbarkeitsuntersuchungen können Sie und Ihr Partner sich mit Ihrem Arzt bzw. Ihren Ärzten ein erstes Bild verschaffen, woran es liegen mag, dass Sie bisher kein Kind bekommen haben. Dann machen Sie sich vermutlich Gedanken, welche Schritte Sie weiter gehen können, über mögliche Behandlungen und deren Chancen und Risiken. Medizinisch ist hier vieles möglich. Entscheidend ist, dass Sie sich als Paar vor Augen führen, dass die Sterilitätstherapie eine Wunschbehandlung ist: Sie ist denkbar als ein großes Rundumpaket, aber Sie können sich auch nur für einzelne Maßnahmen entscheiden, denn nicht alles, was möglich ist, muss im speziellen Fall auch durchgeführt werden.
Informieren Sie sich über die physischen, psychischen und auch finanziellen Belastungen der Behandlungsschritte möglichst schon zu Beginn, um die Kinderwunschbehandlung genau auf Ihre Bedürfnisse und Ihre Situation abzustimmen.
Auch wenn von dauerhaften psychischen Schäden durch die Behandlung nicht auszugehen ist, so ist sie doch nicht nur körperlich, sondern auch emotional belastend. Ihre Körper sind schließlich keine Computer, die sich einfach programmieren lassen, die Psyche muss genauso “mitspielen”. Eine psychotherapeutische Betreuung während der Kinderwunschbehandlung gehört deshalb zu den erfolgssteigernden Maßnahmen.
Bereits mit der Entscheidung zu einer Kinderwunschbehandlung sollte Ihr Arzt also ein Programm anbieten, das Ihnen bei der Bewältigung von Problemen hilft und die psychische Stabilität unterstützt (z. B. autogenes Training, Körpertherapie, Akupunktur). Vielleicht hilft Ihnen auch der Austausch mit anderen Betroffenen oder eine Selbsthilfegruppe bei der Entscheidung, ob eine Kinderwunschbehandlung für Sie überhaupt in Frage kommt. Eine Alternative kann auch die Adoption sein. Ihr Arzt wird Sie über die entsprechenden Möglichkeiten informieren, in der Regel können Sie die Voraussetzungen für ein Adoptionsverfahren aber auch beim zuständigen Jugendamt erfragen.
Wenn Sie sich schließlich – nach Abwägung aller Vor- und Nachteile – für die Therapie entscheiden, so wird Ihr Arzt die Methode wählen, die die “Störungen” auf dem Weg zum eigenen Kind am erfolgversprechendsten behandelt. In Frage kommen eine Überwachung des Zyklus, eine Insemination, eine Stimulationsbehandlung, eine Operation an den verschlossenen Eileitern, eine In-vitro-Fertilisation, eine Mikroinsemination (ICSI) oder das Einfrieren von befruchteten Eizellen.
Berücksichtigen Sie bei Ihrer Entscheidung, dass dasselbe Behandlungsverfahren für unterschiedliche Paare eine jeweils andere Belastung darstellen kann. “Kurskorrekturen” und Wechsel der Behandlungsmethode sind selbstverständlich jederzeit möglich. Ihr Leben kann während der Behandlungsphase “ganz normal” weiter verlaufen. Wichtig ist allerdings die Einnahme von Folsäure (Dosis 400 Mikrogramm bis 5 Milligramm), um möglichen Fehlbildungen (z. B. einem offenen Rücken) des Emryos vorzubeugen. Außerdem empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Jodgabe (200 Mikrogramm).

Dieser Text basiert auf Informationen aus der Broschüre “Kinderwunsch”, die vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin ausgezeichnet wurde (u. a. wegen ihrer Verlässlichkeit), und wurde zusätzlich geprüft vom Hauptautor der Broschüre, Prof. Dr. med Rainer Wiedemann vom Medizinischen Versorgungszentrum in Stuttgart.

Tags: Behandlung, Untersuchungen, Kinderwunsch, Kinderwunsch

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