Gefühle

Baby schläft an der Brust seiner Mutter
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Was ist da eigentlich passiert während der Geburt? Diese Frage geht vielen jungen Müttern früher oder später durch den Kopf. Eine direkte Antwort finden die meisten erst mit etwas Abstand.

Viele frisch gebackene Mütter löchern ihren Partner (oder andere Personen, die bei der Geburt anwesend waren) mit Fragen: Wie war ich? Hab ich laut geatmet? Wie haben sich die Hebammen verhalten? Hast du es dir so vorgestellt oder ganz anders?

Die Reihe solcher Fragen könnte immer so weitergehen. Für Frauen ist es wichtig, die Geburt zu verarbeiten. Sie möchten einen möglichst genauen Ablauf in ihrem Kopf abspeichern, um das Erlebte einzuordnen und die “Akte Geburt” in ihrem Kopf irgendwann abzuschließen (zumindest bis sich das nächste Kind ankündigt). Dafür bedarf es natürlich vieler Informationen, die die Frauen bekommen möchten. Und das ist auch gut so.

Mit der Geburt hast du etwas Wunderbares vollbracht. Etwas, das du nie wieder vergessen wirst.

Ohne Frage, das, was du während der Geburt erlebt hast, ist etwas Einmaliges. Du wirst dich dein ganzes Leben lang daran erinnern – egal, ob alles reibungslos verlaufen ist oder ob es womöglich Komplikationen gab.

Ein solch einschneidendes Erlebnis hat in deinem Leben bislang wahrscheinlich noch nicht stattgefunden. Du hast für dein Baby gekämpft, das du bis dahin nicht einmal richtig gesehen hast. Du hast Schmerzen auf dich genommen, die du bis dahin für undenkbar gehalten hättest. Und da du während der Geburt so sehr mit dir selbst und der Wucht deiner Emotionen beschäftigt warst, brauchst du nun, da du sie hinter dir hast, Hilfe zur Rekonstruktion des Geschehenen. Nimm dir alle Zeit, die du dafür brauchst!

Vieles wirst du nämlich wieder vergessen, und auch dein Partner wird sich an die Geburt irgendwann nur noch schemenhaft erinnern, und dann fast nur an die schönen Dinge. Kläre deine Fragen also möglichst bald und zwar so, dass du zufrieden bist mit dem, was du erfahren. Dies ist eine wunderbare Möglichkeit, in Zukunft gut mit dem Geschehenen umzugehen, auch wenn du vielleicht sagst: Das tue ich nie wieder …

Mach dir keine Sorgen, dass dein erstes Kind deshalb ein Einzelkind bleiben wird. Es gibt wohl kaum eine Mutter, die kurz nach der Entbindung sagt: Juhu, sofort wieder! Aber du wirst merken: Tag für Tag wird sich deine Einstellung zur Geburt verändern. Und auch wenn dein Kind ein Einzelkind bleiben sollte – dann werden die Gründe dafür bestimmt andere sein als die Angst vor einer weiteren Geburt.

Wenn du dein Kind wachsen siehst und feststellst, wie es jeden Tag Fortschritte macht, dann wirst du dich bald nicht mehr mit quälenden Gedanken an die Geburt oder dem Babyblues beschäftigen. Dann zählen nämlich ganz andere Dinge: Das erste Lächeln, die ersten Schritte, das erste Wort …

Tags: Emotionen, Babyblues, Geburtsschmerzen, Gefühle

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