Pränatale Diagnostik

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Der Weg zur Entscheidung für oder gegen eine Fruchtwasserpunktion dauert wohl bei den meisten Eltern weitaus länger als die Untersuchung selbst. Die folgenden Informationen sollen euch bei der Entscheidungsfindung helfen.

Im Fruchtwasser befinden sich Zellen des ungeborenen Kindes. Um solche Zellen analysieren zu können, entnimmt man mit einer etwa 0,7 Millimeter dünnen Hohlnadel etwas Fruchtwasser aus der Fruchthöhle. Der Eingriff wird per Ultraschall beobachtet, so dass die Nadel weit genug vom Kind entfernt eingeführt werden kann, um es nicht zu verletzen. Die Frauen verspüren bei diesem etwa ein- bis zweiminütigen Eingriff meist ein leichtes Ziehen. Aus den gewonnenen Zellen wird eine Zellkultur angelegt, damit sie wachsen und sich vermehren, bis man nach etwa zehn Tagen eine Chromosomenanalyse durchführen kann. Ob eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen offenen Rücken (Spina bifida) vorliegt, kann anhand eines bestimmten Eiweißstoffes und eines Enzyms im Fruchtwasser bestimmt werden. Um Komplikationen zu vermeiden, wird die Fruchtwasserpunktion in der Regel nicht vor der 16. Schwangerschaftswoche durchgeführt.

Es besteht ein kleines Risiko, dass durch die Punktion eine Fehlgeburt ausgelöst wird (etwa drei bis fünf Fälle mehr pro tausend Schwangerschaften). Noch seltener kann es infolge des Eingriffs zu Infektionen oder Blutungen kommen. Das kleine Loch, das die Punktion verursacht, schließt sich normalerweise sehr schnell wieder, ebenso wie die etwa zehn bis fünfzehn Milliliter Fruchtwasser, die entnommen werden, in kürzester Zeit wieder nachproduziert werden. Wie auch nach einer Chorionzottenbiopsie sollte sich die Frau ein bis zwei Tage Ruhe gönnen, um sich von dem Eingriff zu erholen. Eine größere Herausforderung als diese körperlichen Aspekte ist sicherlich die Frage, wie man mit einem problematischen Ergebnis der Untersuchung umgeht. Umso wichtiger ist es, dass du mit deinem Partner und dem Arzt gründlich abwägst, ob du die Untersuchung durchführen lassen möchtest und was sie für euch bedeuten könnte.

“Ich habe bei all meinen drei Kindern eine Fruchtwasseruntersuchung durchführen lassen. Natürlich war es beim ersten Mal komisch, aber auch daran kann man sich gewöhnen. Während der Untersuchung verspürte ich einen leichten Druck im Bauch, aber das war es auch schon. Die Untersuchung dauerte auch nie besonders lang. Da ich schon etwas älter war, hat mich das gute Ergebnis jeweils ruhiger durch die weitere Schwangerschaft gehen lassen.”
Anke (42)

Tags: Spina bifida, Fehlgeburt, Chromosomenstörungen, Pränatale Diagnostik

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