Erfahrungsbericht

Baby und Vater
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Rainer (29) und Desirée (26) haben viel Kraft und Zeit in die Geburt ihrer Tochter Fiona investiert. Warum es sich lohnt, als werdender Vater auch bei Turbulenzen bei der Geburt dabeizusein, erzählt Rainer im Interview.

Rainer, wie hast du dich auf die Geburt vorbereitet?

Mit einem Geburtsvorbereitungskurs für Paare. Die dort gelernten Entspannungsübungen haben wir tatsächlich während der Geburt alle durchlaufen.

Wann seid ihr ins Geburtshaus gefahren?

Der Muttermund öffnete sich trotz Wehen nicht. Nach 24 Stunden fuhren wir dann mit einem Taxi ins Geburtshaus. Nach weiteren drei Stunden hatte sich der Muttermund immer noch nicht gerührt und wir fuhren ins Krankenhaus.

War es für dich wichtig, dabeizusein?

Auf jeden Fall! Ich bin sehr glücklich darüber. Das, was wir da zu dritt durchgemacht haben, macht mich stolz.

Was dachtest du, als das Baby einfach nicht kommen wollte?

Ich gebe zu, dass ich zeitweise Angst um Desirée hatte. Ich wollte, dass sie das Gefühl hat, dass ich immer da bin.

Hast du dir keine Auszeiten zum Luftholen gegönnt?

Nein. Ich hatte mir vorgenommen, dass ich jede Wehe mit Desirée veratme. Ich war immer bei ihr, bis auf die Minuten, als wir den Krankentransport gerufen haben, um ins Krankenhaus zu fahren.

Hattest du Kontakt zu den Ärzten und Hebammen?

Ja. Im Geburtshaus habe ich mit der Hebamme sprechen können und später im Krankenhaus haben die Ärzte uns die jeweiligen nächsten Schritte erklärt. Das war beruhigend.

War es dir fremd oder vertraut, deine Freundin so zu sehen?

Eindeutig vertraut. Ich habe ja Desirées körperliche Entwicklung in der Schwangerschaft intensiv mitbekommen und das, was da jetzt passierte, war ja quasi die logische Schlussfolgerung daraus.

Wie kam euer Baby schließlich?

Desirée hatte eine PDA und wehenfördernde Mittel bekommen, damit sich der Muttermund endlich entspannt. Nach weiteren neun Stunden im Krankenhaus war der Muttermund für eine Spontangeburt immer noch nicht weit genug geöffnet und die Ärzte halfen mit der Saugglocke nach.Ich habe an Desis Kopf gestanden und ihn an ihre Brust gedrückt.

Wie war der erste Augenblick mit dem eigenen Kind?

Als mir unsere Fiona in den Arm gelegt wurde, habe ich sie mir erst einmal genau angeschaut. Eigentlich wollte ich sie nach dem Waschen schnell zu Desirée bringen. Aber als ich sie so ansah, wurde ich immer langsamer und blieb stehen – ohne es zu merken. Als mich dann eine Schwester ansprach und meinte, dass Desirée unsere Tochter vielleicht auch mal sehen möchte, lief ich direkt zu ihr.

Hat sich das Verhältnis zu deiner Freundin seit der Geburt verändert?

Ja, ich habe noch mehr Respekt vor ihr. Was Desirée da an Kraft und Geduld aufgebracht hat, war unglaublich. Ich war schon sehr froh, dass wir das Ganze erst einmal hinter uns hatten, denn wir waren beide so erschöpft. Aber nachdem wir uns ein wenig erholt hatten, sah ich meine beiden Mädchen an und war natürlich gerührt.

Tags: Muttermund, Wehen, Geburtsvorbereitung, Geburtshaus, Väter, Geburt, Erfahrungsbericht, Erfahrungsbericht

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