Behinderung |Störungen beim Ungeborenen

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Zweifel und Trauer, aber auch Optimismus und Kraft gehören wahrscheinlich dazu, wenn ihr erfahrt, dass euer Kind mit einer Behinderung wird leben müssen. Aber es gehören auch die Menschen dazu, die euch begleiten und euch helfen können.

“Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.”
Artikel 3, Absatz 3 des deutschen Grundgesetzes

Wenn ihr ein Kind mit Behinderung erwartet oder schon bekommen habt, werden sich eure Gedanken vielleicht anfangs immer wieder um dieselbe Frage drehen: Warum gerade wir?

Viele fragen sich, wie es zu dieser Behinderung kommen konnte und ob sie eine Schuld tragen. Dieser Gedanke ist eine schwere Belastung. Dabei sind Behinderungen fast nie dem Verhalten der Eltern zuzuschreiben.

Jede Familie beginnt mit jedem neuen Kind eine eigene Reise. Die Reise, die eine Familie mit einem behinderten Kind erleben wird, stellt sicher ganz besondere Anforderungen an alle Beteiligten. Um sie zu bewältigen und auch um nicht “das übrige Leben zu verlieren”, ist es sicher wichtig, mit Liebe, Optimismus und Tatkraft loszugehen. Aber man sollte sich auch eingestehen, wenn man manchmal alles nur noch fürchterlich schwer und bedrückend findet. Geduld mit sich selbst – und Hilfe von außen werden immer wichtige Reisebegleiter für diese Familien sein.

Übrigens ist es nicht richtig, eine Behinderung nur als Belastung und Unglück zu beschreiben. Viele Eltern berichten, dass sie durch ein behindertes Kind einen ganz neuen Blick auf die Welt gewonnen und ganz ungekannte Formen von Glück kennengelernt haben.

Der Prozess des Akzeptierens einer Behinderung ist immer mit einem ganzen Bündel verschiedenster Emotionen verbunden, mit Ablehnung, Verzweiflung, Trauer oder Aggressivität, vielleicht auch mit Selbstvorwürfen für all diese Gefühle, aber auch mit Liebe und einem Empfinden der eigenen Stärke … – jede Familie reagiert natürlich anders. Umso mehr gilt es für den Arzt, im ersten Gespräch nach der Diagnose und bei der Begleitung des behinderten Kindes und seiner Familie genau auf die Belange und Fragen der Eltern einzugehen und in einer ganzheitlichen Betrachtungsweise den medizinischen Bereich, die Entwicklung und Erziehung des Kindes sowie psychosoziale und emotionale Faktoren mit einzubeziehen.

Ein behindertes Kind bedarf spezieller Hilfe und Unterstützung. Dazu gehört die medizinische Betreuung durch den Kinderarzt, besonders aber durch Ärzte und Fachleute an den Zentren für Entwicklungspädiatrie und Rehabilitation an den Kinder- oder Spezialkliniken (besonders bei Sinnesbehinderungen) und durch frühe heilpädagogische Unterstützung. Für viele Eltern ist es wichtig, mit anderen Betroffenen über ihre Situation sprechen zu können. Selbsthilfegruppen sind hier wichtige Anlaufstellen. Durch das Internet ist es nun relativ einfach geworden, herauszufinden, wo es Gruppen zu den verschiedenen Fragestellungen gibt. Behindertenverbände vermitteln ebenfalls Adressen sowie Informationen über staatliche und andere Hilfeleistungen. Zudem sind sie wichtige Instanzen im Kampf um mehr Rechte und weniger Behinderung für Behinderte. Die Menschen in der eigenen Umgebung, Familie und Freunde, sind nun besonders herausgefordert. Viele Betroffene berichten, dass sie mit der Geburt ihres behinderten Kindes sehr deutlich erlebten, auf wen sie wirklich zählen können. Den anderen die eigenen Sorgen zuzumuten, ihnen zuzutrauen, dass sie damit umgehen können, ist vermutlich eine wichtige Herausforderung an einen selbst.

Ein Kind mit Behinderung: Lest den Erfahrungsbericht einer Mutter über ihre Schwangerschaft und die erste Zeit mit ihrem ganz besonderen Mädchen, dessen Fehlbildung es glücklicherweise kaum behindert.

Tags: Pränatale Diagnostik, Unterstützung, Behinderung, Störungen beim Ungeborenen

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