Elternbelastung

Schreiender Säugling auf Bauch liegend
­

Wie schön, wenn ein Kind irgendwann sagen kann, was ihm fehlt. Aber bis es sprechen gelernt hat, vergeht einige Zeit. Bis dahin müssen sich Eltern und Kinder anders verständigen – das ist nicht immer leicht.

Für das Schreien eines Babys kann es viele Gründe geben, zum Beispiel Schmerzen, Hunger, Einsamkeit, Frustration, Übermüdung und Unter- oder Überforderung. Ernsthafte organische Erkrankungen werden in der Regel durch die Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt entdeckt und behandelt bzw. ausgeschlossen.

Die häufigsten Gründe für das Schreien in den ersten Monaten sind Übermüdung, Hunger und Koliken im Sinne von Blähungen. Lange Zeit wurden die Koliken als Hauptursache für das Schreien gehandelt.

Inzwischen gehen Experten eher von Regulationsstörungen aus, die dadurch entstehen, dass das Baby eine Reihe von Anpassungsprozessen leisten muss. Seine Bedürfnisse nach Nähe, Wärme, Nahrung, Schlaf und Anregung muss es artikulieren und es muss darin von den Eltern verstanden werden. Hier treffen dann das Temperament des Babys, die Feinfühligkeit der Eltern und die Rahmenbedingungen, unter denen die Familie lebt, zusammen.

Eine sehr häufige Ursache für das Schreien eines Babys ist aber auch ein chronischer Schlafmangel.

Kleine Babys sind noch nicht in der Lage, absichtsvoll zu handeln. Sie schreien, wenn sie irgendetwas stört, aber nicht, um uns auf die Probe zu stellen.

Grenzen austesten?

Kleine Babys (etwa bis zum neunten Lebensmonat) sind noch nicht in der Lage, absichtsvoll zu handeln. Sie schreien, wenn sie irgendetwas stört, aber nicht, um uns auf die Probe zu stellen. Erst ältere Babys und Kleinkinder können die Grenzen ihrer Umwelt absichtsvoll austesten. Es geht im Grunde darum, ein ureigenes Gespür für die Bedürfnisse des Babys zu entwickeln und zu lernen, seine Signale zu interpretieren.

Schreisprache?

Bei Säuglingen gibt es keine Schreisprache in dem Sinne, dass man sie verallgemeinern könnte. Viele Eltern lernen allerdings nach einer gewissen Zeit, an der Art des Schreiens zu hören, was ihr Baby damit ausdrückt.

Das Schreien aushalten?

Das Schreien hat den Zweck, die Aufmerksamkeit der Eltern zu gewinnen, daher kann es kein Ziel sein, das Schreien im Allgemeinen auszuhalten. Allerdings ist es auch wichtig, sich vom Schreien des Babys nicht sofort emotional überfluten zu lassen, denn es geht ja darum, dem Kind Sicherheit zu vermitteln: “Was immer auch das Problem ist – wir werden es gemeinsam lösen oder überstehen!”

In bestimmten Momenten kann es sinnvoll sein, nicht augenblicklich auf das Schreien zu reagieren, weil die Babys dann die Chance haben, sich von alleine wieder zu beruhigen. Alle weiteren Aktionen könnten dann das Schreien womöglich sogar noch verstärken. In anderen Situationen wirst du spüren, dass es richtig ist, sofort auf das Schreien zu reagieren.

Gegenseitiges Hochschaukeln

Es passiert sehr oft, dass sich Eltern und Kinder gegenseitig hochschaukeln. Gerade unruhige Kinder brauchen eigentlich ruhige und gelassene Eltern. Ruhe und Gelassenheit aufzubringen ist jedoch nicht immer leicht, gerade wenn das Kind viel schreit und die eigenen Nerven schon blank liegen.

Hier ist die Unterstützung durch Menschen, die man wirklich mag und denen man vertraut, Gold wert. Es ist dann auch extrem wichtig zu lernen, wie man als Mutter oder Vater immer wieder Kräfte schöpfen kann. Mütter und Väter brauchen Pausen, sie haben sie wirklich verdient!

Tags: Schreien, Sicherheit, Müdigkeit, Vorsorgeuntersuchungen, Koliken, Schreisprache, Elternbelastung

Gewinnspiele und Gutscheine