Kinderwunsch

Ärztin
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Die Follikelpunktion für die Entnahme von Eizellen ist ein vielfach erprobter Eingriff bei der Frau, der meist nur bis zu zehn Minuten dauert. Die Follikelpunktion macht eine künstliche Befruchtung überhaupt erst möglich.

Die Eizellentnahme geschieht in einem operationssaalähnlichen Raum. Zuerst wird Ihre Scheide mit einer Lösung ausgewaschen, um zu einer Keimreduktion zu gelangen (Desinfektion), schließlich führt der Arzt einen Ultraschallkopf in die Scheide ein. Am Ultraschallkopf ist eine Punktionshilfe befestigt, durch die die zur Eibläschenpunktion verwendete Nadel eingeführt wird. Der Schallkopf wird so gehalten, dass die Eibläschen sich direkt hinter der Scheidenwand befinden. Danach wird die Nadel durch die Scheidenwand hindurch in den Follikel geführt. Während der gesamten Punktion wird der Eierstock genau kontrolliert, die Lage der Nadel ist jederzeit überprüfbar. Über ein Schlauchsystem, das mit einer Pumpe verbunden ist, wird die Follikelflüssigkeit mit Eizelle aus dem Eierstock abgesaugt. Nach der Operation beginnt die Eizellsuche.

Die Follikelpunktion ist eine relativ einfache Operation. Bei normaler Lage der Eierstöcke (keine Verwachsungen) treten Schmerzen auf, die “auszuhalten sind”. Sie können aber auch Schmerzmittel bekommen (ein negativer Einfluss auf die Eizellen ist nicht bekannt), um die Punktion schmerzarm bzw. schmerzfrei zu gestalten. Die Einführung moderner “Kurznarkosen” beinhaltet für die Follikelpunktion einen Fortschritt. Bereits eine Stunde nach dem Eingriff ist die Patientin normalerweise wieder belastbar.
Die Komplikationsrate der transvaginalen ultraschallgeleiteten Follikelpunktion ist gering. Blutungen aus der Scheidenhaut oder auch aus den Eierstöcken liegen deutlich unter 1%. In seltenen Fällen kann es auch zu Unterbauchinfektionen kommen. Dies wurde vor allem dann beobachtet, wenn ein verschlossener Eileiter versehentlich punktiert wurde. In diesen flüssigkeitsgefüllten Eileitern ist eine Keimvermehrung rasch möglich, sodass sich Unterleibsentzündungen ausbilden können. In aller Regel lassen sich Entzündungen durch den Einsatz von Antibiotika (entzündungshemmende, gegen Bakterien wirkende Substanzen) aber wirksam behandeln.

Die vaginale Punktion dauert fünf bis zehn Minuten. Auf die Operation folgt eine Überwachung im Aufwachraum. Die Dauer hängt unter anderem davon ab, ob sehr viel Schmerzmittel erforderlich war oder ob eine Narkose durchgeführt werden musste. Normalerweise ist die Patientin ein bis zwei Stunden nach der Punktion wieder belastbar. Im Anschluss an die Operation kann nicht selbstständig ein Kraftfahrzeug geführt werden.
Dieser Text basiert auf Informationen aus der Broschüre “Kinderwunsch”, die vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin ausgezeichnet wurde (u.a. wegen ihrer Verlässlichkeit) und wurde zusätzlich geprüft vom Hauptautor der Broschüre, Prof. Dr. med Rainer Wiedemann vom Medizinischen Versorgungszentrum in Stuttgart.

Tags: Behandlung, Kinderwunsch, Kinderwunsch

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