Kinderwunsch

Mutter am Strand
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Um die Chance einer Schwangerschaft zu erhöhen, ist es möglich, den weiblichen Körper durch Gonadotropine zu unterstützen. Hormone sorgen dann dafür, dass sich genügend Eibläschen im Eierstock entwickeln.

Seit Anfang der Sechzigerjahre werden in Spritzenform erhältliche Medikamente (Gonadotropine) zur Eizellreifung eingesetzt. Diese Präparate wurden ursprünglich ausschließlich für Frauen verwendet, bei denen kein Eisprung stattfand und auch durch Tablettenstimulation nicht zu erzielen war. Heute kann man Gonadotropine ganz allgemein zur Chancenerhöhung einsetzen.

Bei niedrig dosierter Spritzenstimulation ist die Häufigkeit der Eierstocküberstimulation gering. Die Arzneimittel enthalten entweder nur FSH (Follikelstimulierendes Hormon) oder eine Kombination von LH (Luteinisierendes Hormon) und FSH. Diese beiden Hormone regulieren auch normalerweise die Entwicklung der Eibläschen im Eierstock.
Das Verfahren: Die Gonadotropine werden meist täglich als Spritze gegeben und führen zur Ausbildung von Eibläschen im Eierstock. Im Vergleich zu Clomifen entstehen in aller Regel mehr Eibläschen, jedoch kann das von Frau zu Frau unterschiedlich sein. Bei Behandlungen mit diesen Arzneimitteln überwacht Ihr Arzt das Follikelwachstum und die Zahl der Eibläschen durch Ultraschall. Auch Hormonbestimmungen (vorwiegend Östrogen und auch Progesteron) können erfolgen, werden jedoch nicht in jedem Fall durchgeführt. Das Risiko einer Eierstocküberreaktion (Überstimulation) und einer unkontrollierten Mehrlingsbildung soll schließlich begrenzt bleiben.
Ab dem dritten Zyklustag spritzt Ihnen Ihr Arzt eine (bis zwei) Ampulle(n) des gewählten Präparates. Diese Behandlung wiederholt er an den darauf folgenden Tagen. Die Dosierung richtet sich nach Alter und Körpergewicht der Frau sowie nach dem Ansprechen der Eierstöcke (eventuell bekannt aus früheren Stimulationen). Schließlich können Blutabnahmen zur Bestimmung der Östrogene oder anderer Hormone erfolgen. Nach fünf bis sieben Tagen erfolgt eine erneute Ultraschalluntersuchung. Bei ausreichender Größe der Eibläschen (16 bis 20 Millimeter) kann dann durch die Gabe eines hCG-Präparates (humanes Choriongonadotropin; Hormon) der Eisprung ausgelöst werden.
Durch Messungen des Hormons LH kann Ihr Arzt den Zeitpunkt des Eisprungs (Ovulationszeitpunkt) eingrenzen und Ihnen mitteilen, welche Tage für den Verkehr am erfolgreichsten erscheinen. Bilden sich zu viele Eibläschen aus, so wird er Ihnen unter anderem wegen der Gefahr der unkontrollierten Mehrlingsbildung allerdings vom Verkehr abraten müssen.
Die Erfolgsquote: Die Schwangerschaftsrate pro Behandlungszyklus liegt bei ca. zehn bis maximal fünfzehn Prozent. Das Risiko von Mehrlingsschwangerschaften ist mit durchschnittlich zehn bis zwanzig Prozent höher als nach Clomifenstimulation. Ähnlich wie bei Clomifen kann man die Gonadotropintherapie mit der intrauterinen Inseminationsbehandlung verbinden.

Dieser Text basiert auf Informationen aus der Broschüre “Kinderwunsch”, die vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin ausgezeichnet wurde (u. a. wegen ihrer Verlässlichkeit), und wurde zusätzlich geprüft vom Hauptautor der Broschüre, Prof. Dr. med Rainer Wiedemann vom Medizinischen Versorgungszentrum in Stuttgart.

Tags: Hormone Schwanger, Behandlung, Kinderwunsch, Gonadotropine, Kinderwunsch, Clomifen

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