Kinderwunsch

Glückliche Mutter im Grünen
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Wenn der Eisprung einer Frau nie oder nur unregelmäßig stattfindet, kann dies eine Schwangerschaft verhindern. Für betroffene Paare, die sich ein Kind wünschen, gibt es die Möglichkeit einer Tablettenbehandlung.

Von allen in Tablettenform erhältlichen Medikamenten zur Stimulation des Follikelwachstums ist Clomifen am wirksamsten. Es wird seit 1967 in der Bundesrepublik eingesetzt. Die Tabletten sorgen für einen Anstieg von FSH (Follikelstimulierendes Hormon) und LH (Luteinisierendes Hormon) in Ihrem Blut und regen so ein Wachsen der Eibläschen (Follikelwachstum) an. Je nach Dosierung und Gegebenheiten kommen ein bis vier Eibläschen zur Reifung. Echte Überreaktionen des Eierstocks (Überstimulation) sind selten. Eine beeinträchtigende Überstimulation tritt in deutlich weniger als 5% der Fälle auf.
Das Verfahren: Mit der niedrigen Dosierung von einer Tablette pro Tag an fünf aufeinander folgenden Tagen (Beginn der Behandlung häufig am dritten Zyklustag) lässt sich in 70 bis 80% der Fälle eine ausreichende Eibläschenreifung und danach auch ein Eisprung erzielen. Durch die Ultraschallüberwachung kann die Zahl und die Größe der heranreifenden Eibläschen festgelegt werden. Der ungefähre Zeitpunkt des Eisprungs kann bestimmt werden. Zirka 75% der nach Clomifenstimulation auftretenden Schwangerschaften werden innerhalb der ersten drei Behandlungszyklen erreicht. Mit auf dieser Tatsache gründet die Empfehlung der Hersteller, Clomifen nur sechs Zyklen lang anzuwenden.
Die Erfolgsquote: Auf einen Behandlungsmonat bezogen ergeben sich Schwangerschaftsraten, die zwischen 3 und maximal 10% liegen. Bei Frauen mit unerklärbarer Sterilität (ohne schwerwiegenden Grund) erhöht das Medikament Clomifen die Schwangerschaftschance auf 4 bis 6% im Monat. Dies ist allerdings nur bewiesen für Frauen bis 34 Jahre.
Die Besonderheiten: Das Mehrlingsschwangerschaftsrisiko liegt bei ca. 5%. Die meisten der Mehrlingsschwangerschaften sind Zwillinge. Die nach Clomifenbehandlung geborenen Kinder weisen wohl keine erhöhte Fehlbildungsrate auf. Nach Clomifenstimulation treten auch nicht vermehrt Fehlgeburten auf, wie früher oft angenommen. Die Fehlgeburtsrate (Abortrate) hängt entschieden mehr mit dem Alter der Frau zusammen als mit der Art der Stimulationsbehandlung.
Dieser Text basiert auf Informationen aus der Broschüre “Kinderwunsch”, die vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin ausgezeichnet wurde (u.a. wegen ihrer Verlässlichkeit) und wurde zusätzlich geprüft vom Hauptautor der Broschüre, Prof. Dr. med Rainer Wiedemann vom Medizinischen Versorgungszentrum in Stuttgart.

Tags: Behandlung, Kinderwunsch, Kinderwunsch

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