Familienalltag |Unterschätzte Gefahren

Sicherheit Küche
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Ihr Kind möchte möglichst immer da sein, wo Sie sind und so wird es besonders auch die Küche interessant finden, weil Sie sich dort mehrmals am Tage aufhalten. Das kann gefährlich werden.

Das Geschehen in der Küche ist für ein Kind besonders interessant und es kann dabei viele neue Entdeckungen machen und Erfahrungen sammeln. Es wäre deshalb schade, es von diesem Bereich fern zu halten. Achten Sie jedoch auf einige, die Sicherheit betreffende Punkte und lassen Sie Ihr Kind nicht unbeobachtet in der Küche hantieren, solange es nicht alt genug ist, sich sicher und verantwortungsvoll darin zu verhalten.

Natürlich können Eltern nicht jeden Schritt ihrer Kleinen beaufsichtigen – und sollen sie auch gar nicht. Kinder sollten schließlich lernen dürfen, auf sich selbst zu vertrauen und auch einmal hin fallen und sich einen blauen Fleck holen dürfen. Trotzdem ist es gut, sich die Gefahrenquellen vor Augen zu führen, damit man weiß, wann man eingreifen sollte. Hierfür haben wir Ihnen eine Checkliste zur Grafik oben zusammengestellt.

1. Den Kühlschrank sichern

Kinder, bloß nicht drin verstecken! Eine Sicherung kann helfen. Das kann ein elastisches Gummiband sein, das von der Kühlschranktür zu einem anderen Möbelstück gespannt wird. Oder ein professioneller Kühlschrankriegel (kostet nur wenige Euro).

2. Risiko: Elektrogeräte

Vorsicht vor Verbrennungen. Also: Alle Geräte aus der Steckdose entfernen so lange sie nicht genutzt werden.

3. Schnittwunden durch Dosen

Vorsicht Schnittwunden. Offene Dosen können sehr scharf sein. Ab in den (geschlossenen) Abfall damit.

4. Sicherung des Wasserhahns

Vorsicht Küchenüberflutung und Verbrühung. Über eine Thermostat-Mischbatterie lässt sich die Höchsttemperatur einstellen, so kann das Risiko minimiert werden. Für besonders sicherheitsbewusste Eltern gibt es sogar schon professionelles Equipment für die Wasserhahn-Sicherung zu kaufen.

5. Gefahr durch Messerblöcke

Der Messerblock darf nicht in Reichweite sein. Küchenmesser gehören besser in einen abschließbaren Küchenschrank oder auf eine erhöhte Ablage. Nach Benutzung sollten die Messer dann sofort abgewaschen und wieder weg gestellt werden.

6. Autsch! Ein heißer Topf!

Heiße Töpfe nie unbeaufsichtigt lassen. Am besten werden die Speisen für das gemeinsame Essen in vorgewärmte Schüsseln oder direkt von den Eltern auf den Teller umgefüllt. Vermeiden Sie auch das Herumtragen von schweren, kantigen oder heißen Gegenständen und Esswaren (besonders von kochendem Wasser), wenn Sie damit über Ihr am Boden spielendes Baby steigen müssen.

7. Steckdosensicherungen anbringen

Um Kinder vor gefährlichen Stromschlägen zu sichern, sind entsprechende Kindersicherungen für wenig Geld im Handel erhältlich.

8. Kinderhände weg vom Herd

Ein schneller Griff auf die Herdplatte – schon sind die kleinen Hände verbrannt! Bei heißen Herdplatten, die nicht von Erwachsenen beaufsichtigt werden können, helfen entweder ein Schutzgitter oder einzelne metallische Abdeckelemente für die Kochfelder.

9. Spannende Schubladeninhalte

Durch eine intelligente Aufteilung lässt sich der Inhalt von Schubläden kindgerecht verteilen. Geschirrhandtücher und andere harmlose Gegenstände können in die Reichweite von Kindern, aber eben nicht Besteck, insbesondere Messer.

10. Reinigungsmittel sind giftig

Reinigungsmittel sind sehr gefährlich. Ihr flüssiger Inhalt ist schnell verschluckt und dann hilft nur noch ein Anruf beim Notarzt. Küchenreiniger, Geschirrspülmittel etc. sollten in einem abschließbaren Küchenschrank aufbewahrt werden.

11. Kein Spielzeug: Streichhölzer und Feuerzeuge

Auf einer erhöhten Ablage oder in einer abschließbaren Schublade sind die gefährlichen Anzünder sicher verwahrt. Direkt nach ihrer Benutzung sollten die Zündhölzer und Feuerzeuge wieder an ihren sicheren – und vor allem für Kinder unerreichbaren – Aufbewahrungsort zurück gelangen.

12. Medizin und Alkohol außer Reichweite

Leere Flaschen gehören in den Glascontainer. Volle oder angebrochene Flaschen, die über Tage, Wochen oder Monate hinweg in der Küche gelagert werden, sollten stets außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Je nachdem, wie groß die Kinder sind, reicht bei Wein oder Spirituosen vielleicht bereits ein fester Verschluss aus Metall.

13. Beulen vermeiden durch Kantenschutz

Wenn sich die Kinder frei in der Wohnung bewegen sollen, dann sollte den Tischkanten, allgemein allen scharfen Ecken und Kanten, besondere Aufmerksamkeit gelten. In der Küche lässt sich das Problem am einfachsten durch Tischkanten mit Gummierung lösen.

14. Geschirr nach oben

Teller, Salatschüsseln und Gläser gehen schnell mal zu Bruch. Speziell für Kinder gibt es zum Glück bruchsicheres Geschirr. Generell gilt für die Aufbewahrung von Geschirr: Es sollte stets außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.

15. Erstickunsgefahr durch Plastiktüten

Achtung: Kinder können hierdurch ersticken! Die lebensgefährlichen Einkaufshelfer gehören unbedingt aus der Reichweite von Kindern. Die eingekauften Lebensmittel sollten umgehend eingeräumt und die Tüte anschließend sicher verstaut werden.

16. Mülleimer abdecken

Wenn möglich, sollten die Mülleimer in abschließbaren Schränken aufbewahrt werden. Eine Alternative ist – ähnlich wie für Herd – ein entsprechender Schutzgitter. Ansonsten hilft es natürlich auch, den Müll öfter zu leeren – im Idealfall sogar täglich.

Kinder lieben die Nachahmung. Solange Sie in der Küche hantieren, möchte Ihr Baby auch beschäftigt sein. Es sieht Sie schneiden, würzen, rühren. Geben Sie ihm einfach eine Plastikschüssel und einen Kochlöffel in die Hand und reden Sie mit ihm über die Dinge, die Sie tun. So kommt erst gar keine Langeweile auf und das Baby lernt dabei noch die wichtigsten Begriffe kennen.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der Redaktion von Emero Life

Tags: Spielen, Sicherheit, Nachahmung, Familienalltag, Unterschätzte Gefahren

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