Mutterpass

Ultraschallbild
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Muss man studiert haben, um schwanger zu werden oder wer soll all die Fremdworte verstehen? Verzweifle nicht am Gravidogramm, im Folgenden erläutern wir, was es bedeutet.

Das Gravidogramm ist eine grafische Darstellung des Schwangerschaftsverlaufs. Darin werden die Vorsorgeuntersuchungen dokumentiert. Neben dem Datum und der Schwangerschaftswoche, der Lage des Kindes und den Herztönen werden hier auch weitere Befunde eingetragen.

  • Durch den “Symphysen-Fundus-Abstand” sollte früher ein zu starkes oder zu geringes Wachstum des Kindes entdeckt werden. Allerdings ist dies heutzutage besser durch den Ultraschall zu erkennen.
  • “Ödeme” sind Wasseransammlungen im Gewebe (z. B. in Füßen und Händen), die an sich harmlos sind. Hast du aber zusätzlich Bluthochdruck (SIH = schwangerschaftsinduzierte Hypertonie) und Eiweiß im Urin (Schwangerschaftsproteinurie), kann dies auf eine Präeklampsie (oder EPH-Gestose) hinweisen, darum werden auch die Ödeme im Mutterpass eingetragen.
  • Bei “Varikosis” handelt es sich um Krampfadern. Auch diese werden vermerkt.
  • Im Feld “RR syst./diast.” wird dein Blutdruck dokumentiert, da auffallend große Schwankungen, also zu hoher oder zu geringer Blutdruck, dich und dein Kind gefährden können. Darum wird bei jeder Vorsorgeuntersuchung der Blutdruck gemessen.
  • Bei “Hb (Ery)” handelt es sich um den Hämoglobinwert. In dieser Spalte wird die Konzentration des Blutfarbstoffs eingetragen. Wenn du zu niedrige Werte hast, könnte ein Eisenmangel der Grund dafür sein. Der Hb-Normalbereich beträgt 11–13g/dl.
  • Die Urinuntersuchungen (“Sediment ggf. Bakteriolog. Bef.”) werden in Eiweiß, Zucker, Nitrit und Blut eingeteilt. Im Zusammenhang mit einem erhöhten Blutdruck wird besonders auf die Eiweißausscheidung im Urin geachtet. Viele Schwangere haben zeitweise eine geringe Eiweißausscheidung, die aber keine weitere Bedeutung hat. Der Zuckerwert im Urin kann Hinweise auf eine mögliche Zuckerkrankheit, möglicherweise einen Schwangerschaftsdiabetes geben. Wird Nitrit nachgewiesen, ist dies ein sicheres Zeichen für eine bakterielle Infektion. Diese sollte unbedingt behandelt werden, da Infektionen unter Umständen Wehen auslösen können. Bei Blut im Urin müssen die Ursachen genau überprüft werden, um eventuell weitere Schritte einleiten zu können.
  • Bei der “Vaginalen Untersuchung” wird das Ergebnis der Tastuntersuchung des Gebärmutterhalses eingetragen.
  • Unter “Sonstiges” werden weitere Besonderheiten oder Untersuchungen aufgeführt, z. B. der pH-Wert (Säurewert) der Vagina. Liegt er bei 4,0, ist alles in Ordnung.

Tags: Ödeme, Ultraschalluntersuchung(en), Präeklampsie, Bluthochdruck, Mutterpass

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