Mutterpass

Schwangere Frau bei einer Untersuchung
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Niemand hat ihn gerne, den Pieks in den Arm, bei der Blutabnahme. Trotzdem ist er sinnvoll, denn das Blut sagt sehr viel darüber aus, wie wohl sich dein ungeborenes Kind in deinem Bauch fühlt.

Auf den Seiten 2 und 3 deines Mutterpasses geht es um verschiedene serologische Untersuchungen, die in der Schwangerschaft durchgeführt werden. Serologisch kommt von Serum – so nennt man in der Medizin das Blut ohne dessen feste Bestandteile (zum Beispiel rote Blutkörperchen). Was aber verbirgt sich hinter den medizinischen Fachausdrücken?

  • Die “Blutgruppenzugehörigkeit” und der “Rhesusfaktor (Rh)” werden bestimmt, um den seltenen Fall einer Unverträglichkeit von mütterlichem und kindlichem Blut auszuschließen. Dein Arzt oder die betreuende Hebamme kann dir hierzu genauere Informationen geben. Die Feststellung der mütterlichen Blutgruppe ist außerdem wichtig für den Fall, dass eine Bluttransfusion notwendig sein sollte.
  • Der “Antikörpersuchtest” wird routinemäßig zweimal pro Schwangerschaft durchgeführt. Ein negatives Ergebnis – also die Aussage, dass keine Antikörper gefunden wurden – ist der Normalfall. Es kann eine Blutgruppenunverträglichkeit (Inkompatibilität) ausschließen. Wird doch eine Unverträglichkeit festgestellt, können frühzeitig die entsprechenden Maßnahmen ergriffen werden.
  • Hinter der Abkürzung “Röteln-HAH-Test” verbirgt sich der Name Röteln-Hämaglutinationshemmtest. Damit wird festgestellt, ob du gegen Röteln immun bist, denn die Krankheit könnte in der Frühschwangerschaft sehr gefährlich für den Embryo werden.
  • “LSR” steht für die Luessuchreaktion. Die Untersuchung gilt dem Nachweis der heute nur noch sehr selten vorkommenden Geschlechtskrankheit Syphilis. Aus Datenschutzgründen wird im Mutterpass nicht das Ergebnis eingetragen, sondern nur, dass die Untersuchung durchgeführt wurde.
  • Mit dem “Nachweis von HBs-Antigen aus dem Serum” wird eine mögliche Hepatitis-B-Infektion (infektiöse Leberentzündung) der Mutter festgestellt. Bei einem positiven HBs-AG-Befund sollte das Neugeborene nach der Geburt geimpft werden.
  • Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die vor allem durch engen Kontakt mit Katzen und durch den Verzehr von infiziertem rohem Fleisch übertragen wird. Eine Erstinfektion in der Schwangerschaft führt beim Kind zu schweren Schädigungen des zentralen Nervensystems (ZNS), aber auch in anderen Organen. Toxoplasmose wird im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen mit dem Einverständnis der Schwangeren ausgeschlossen, die Kosten muss sie allerdings selbst tragen, da es sich bei dem Test um eine IGeL (“Individuelle Gesundheitsleistung”) handelt.
  • Es ist außerdem möglich, einen Aids(HIV)-Test in der Schwangerschaft durchführen zu lassen. Die Kosten hierfür tragen in den meisten Fällen die Krankenkassen. Einige Ärzte lassen sich den Test aber auch als IGeL-Leistung vom Patienten selbst bezahlen. Auch bei diesem Test wird aus Datenschutzgründen kein Ergebnis eingetragen, sondern nur, dass er durchgeführt wurde.
  • Der Nachweis von “Chlamydia-trachomatis-Antigen aus der Zervix” geschieht durch einen Abstrich und gehört nicht zu den serologischen Untersuchungen, das Ergebnis wird im Mutterpass trotzdem unter diesem Titel aufgeführt. Chlamydien sind Mikroorganismen, die zu einem vorzeitigen Blasensprung führen können. Dadurch bedingt könnte es zu einer Frühgeburt und zu Infektionen des Neugeborenen kommen. Eine Chlamydieninfektion wird darum schon während der Schwangerschaft mit einem Antibiotikum behandelt.

Tags: AIDS, Hepatitis B, Toxoplasmose, Blutgruppenunverträglichkeit, Antikörper‑Suchtest, Luessuchreaktion, Röteln‑HAH‑Test, Chlamydia‑trachomatis‑Antigen, Mutterpass

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