Tabuthema

Mutter am Strand
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Auch Inkontinenz gehört zu den Tabuthemen, über die Frauen nach der Geburt nicht gerne reden, obwohl doch viele betroffen sind.

Inkontinenz hat nämlich nichts mit dem Alter zu tun – sie trifft junge Leute genauso wie ältere. Es passiert beim Niesen, beim Husten, beim Hochheben des Kindes oder beim Joggen: Ist die Blase gefüllt, geht in diesen Momenten unfreiwillig ein Tröpfchen Urin ab. Das nennt man Stress-Inkontinenz. Das hat nichts mit Hektik und Eile zu tun, sondern bedeutet, dass die Belastung durch Lachen oder Husten stärker ist als die Verschlusskraft des Schließmuskels. Oft kann eine Geburt zu Harninkontinenz bei jungen Frauen führen.

Die Beckenbodenmuskulatur überdehnt sich während der Entbindung, einzelne Muskelfasern können reißen, nicht selten kommt es sogar zu einem Dammriss. Unter dem Einfluss der Hormone Östrogen und Progesteron lockert sich der Beckenboden schon während der Schwangerschaft. Hinzu kommt der Druck durch den kindlichen Kopf. Bei manchen Frauen reicht das, um inkontinent zu werden, andere haben mehr Glück mit dem Beckenboden und die Probleme treten nicht auf.

Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt darüber, wenn Sie sich mit der Situation unwohl fühlen. Er kann Ihnen Tipps zum Trainieren der Beckenbodenmuskulatur geben oder Sie zu einem Spezialisten überweisen. Wenige Tage nach der Geburt kann Ihnen Ihre Hebamme schon ein paar Übungen zeigen, mit denen Sie wieder ein Gefühl für die Beckenbodenmuskulatur bekommen. Ganz wichtig ist es, an einem Rückbildungskurs teilzunehmen, den man nach sechs bis acht Wochen beginnen kann. Damit beugen Sie auch der Inkontinenz im Alter vor.

Tags: Dammriss, Hormone Schwanger, Nieren, Beckenboden, Husten, Rückbildungskurs, Harninkontinenz, Tabuthema

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