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Schwangere Frau im Bett
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Die hormonellen Veränderungen in der Schwangerschaft führen nicht nur zu Müdigkeit. Auch das Geruchsempfinden, der Appetit und die Reizschwelle des Brechzentrums verändern sich. Viele Frauen leiden unter starker Übelkeit. Dagegen ist manches Kraut gewachsen!

Sehr viele Frauen leiden unter (meist morgendlicher) Übelkeit und zum Teil auch Erbrechen. Was bisher schmeckte, kann nun Abneigung, manchmal sogar Ekelgefühle auslösen. Damit verbunden ist oft eine Gewichtsabnahme – so werden abgelagerte Stoffe ausgeschieden, die sonst später in die Muttermilch gelangen und das Kind belasten würden.

Wenn du Übelkeit und Erbrechen nur ab und zu erlebst, ist das ganz normal und kein Grund zur Sorge. Häufig helfen Akupunktur- und Akupressurbehandlungen recht gut gegen die Beschwerden. Nach etwa zwölf Schwangerschaftswochen legen sich die Beschwerden normalerweise – mit und ohne Behandlung.

Bei ständiger Übelkeit, häufigem starkem Erbrechen und starken Beschwerden solltest du allerdings deinen Gynäkologen informieren. Wirklich behandlungsbedürftig ist aber erst die sogenannte Hyperemesis, das heißt eine anhaltende Unfähigkeit, Nahrung und Flüssigkeit bei sich zu behalten, die nur sehr selten auftritt.

Im letzten Schwangerschaftsdrittel kann Übelkeit auf eine Gestose hinweisen, darum solltest du dies auf jeden Fall fachlich abklären lassen.

In den meisten Fällen helfen ein paar einfache Tricks:

Maßnahmen

Ernährung

  • Komm langsam in den Tag! Morgens vor dem Aufstehen solltest du in Ruhe im Bett etwas Zwieback, Knäckebrot oder ein Stückchen trockenes Brot essen und warmen Tee trinken. Manche Frauen bevorzugen auch eine Tasse heißes oder kaltes Wasser mit einem Esslöffel Apfelessig oder Zitronensaft. Oder probiere aus, ob Dir Milch, in kleinen Schlucken getrunken, guttut.
  • Trinke viel!
  • Gib deinen Gelüsten ruhig nach und iss (bzw. trink) nichts, wogegen du eine Abneigung empfindest.
  • Nimm viel Vitamin C zu dir, z. B. indem du eine Scheibe Zitrone lutschst, Mineralwasser mit Zitrone trinkst oder dir schwarzen Johannisbeersaft gönnst.
  • Iss statt weniger großer Mahlzeiten häufig kleine Imbisse mit vielen Kohlenhydraten und wenig Fett (z. B. Müsliriegel, Haferflocken).
  • Achte auf genügend B-Vitamine, vor allem B1 und B6, die besonders in ganzen Getreidekörnern, in Reis, Nüssen, Bananen, Geflügel, Fisch und Avocados enthalten sind. Du kannst auch Bierhefeextrakt oder Haferflocken ans Essen geben.
  • Vermeide stark gewürzte, fette Speisen!
  • Auch Ingwer kann helfen, z. B. als Ingwertee (ein halber Teelöffel frisch geraspelter Ingwer pro Tasse mit kochendem Wasser aufgießen und abgedeckt mindestens fünf Minuten ziehen lassen). Wenn du den Geschmack magst und den Tee gut verträgst, beginne doch den Tag gleich frühmorgens vor dem Aufstehen mit einer Tasse Ingwertee, vielleicht mit etwas Trauben- oder Rohzucker. Wem der Tee nicht schmeckt oder die Zubereitung zu lange dauert, kann auch Ingwerbonbons lutschen. Du solltest Ingwer aber bitte nur in den ersten drei Monaten verwenden, im dritten Schwangerschaftsdrittel auf keinen Fall, da er wehenauslösend wirken kann.
  • Einigen Schwangeren helfen Früchte wie Ananas und Papaya.
  • Probiere aus, ob dir Bittermittel (z. B. Tausendgüldenkraut-Tee) oder auch bittere Speisen wie Radicchio-, Rucola- oder Löwenzahnsalat, Artischocken oder Pampelmusen guttun.
  • Nimm vor dem Schlafengehen einen eiweißreichen Imbiss zu dir: z. B. Popcorn mit Nährhefe, braunen Reis mit Miso oder eine Scheibe Brot mit Tahin. Bei ausgeprägter Übelkeit am Abend solltest du nach sechs Uhr abends besser nichts mehr essen.

Hausmittel

Manchen Frauen helfen der Duft und die Wärme von Lavendelkompressen auf Stirn und Magen.

Vorbeugung

  • Gehe jeden Tag einmal ausgiebig an der frischen Luft spazieren.
  • Gib deinem Ruhebedürfnis so weit wie möglich nach.
  • Schlafe viel.
  • Sorge für einen regelmäßigen Tagesablauf.
  • Achte auf deine Ernährung.

Tipps

  • Manche Frauen vertragen flüssige Nahrung besser als feste, manche eher frische, andere eher gekochte Speisen. Probiere aus, was dir bekommt, auch wenn es deine bisherigen Gewohnheiten umwirft.
  • Vielleicht magst du Aromaölmischungen (z. B. mit Zitronen- und Pampelmusenduft), die du beispielsweise auch als Riechflasche verwenden kannst.
  • Beginne morgens den Tag ein bisschen ruhiger. Dafür lohnt es sich eventuell auch, den Wecker auf zehn Minuten früher zu stellen.
  • Lass dir gleich nach dem Aufwachen etwas zu trinken bringen oder stelle dir vor dem Zubettgehen eine Thermosflasche bereit.
  • Sorge sofort nach dem Aufstehen für frische Luft.
  • Wenn das Zähneputzen morgens leicht Brechreiz auslöst, solltest du die Zähne nicht mit nüchternem Magen putzen. Eventuell hilft es auch, eine kleinere Zahnbürste und eine andere Zahnpastasorte zu verwenden. Musstest du dich übergeben, so warte anschließend eine halbe Stunde mit dem Zähneputzen und spüle erst nur gründlich den Mund mit Wasser aus – Magensäure macht den Zahnschmelz weich und empfindlicher.
  • Schwangerschaftserbrechen kann auch mit der anfänglichen Schwierigkeit zusammenhängen, sich mit der neuen, noch unbekannten Situation zurechtzufinden. Was wirkt belastend? Viele “schlucken” ihre Angst und ihren Ärger hinunter. Beim Gespräch mit einer Hebamme können Probleme zur Sprache kommen, die sich hinter der Übelkeit verbergen.

“Von der sechsten bis zur zwölften Schwangerschaftswoche begann mein Tag mit einem Glas Cola. Das stand neben meinem Bett. Erst trank ich einen Schluck, dann musste ich fünf Minuten Luftfahrrad fahren, um überhaupt aufstehen zu können.”
Harriet (29)

Lies auch den Erfahrungsbericht einer Mutter, die sogar ins Krankenhaus musste, weil sie durch die Übelkeit stetig abnahm.

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