Geburt in der Klinik
Fühlen Sie sich in den Händen von medizinischem Fachpersonal am besten aufgehoben oder gelten Sie sogar als Risikoschwangere? Dann ist eine Klinikgeburt wohl das Beste für Sie.
Die Krankenhäuser haben ihr Angebot in den letzten Jahren kräftig ausgebaut. Dennoch variieren die Angebote von Klinik zu Klinik. Deshalb ist es wichtig, dass Sie an Informationsveranstaltungen von möglichst mehreren Krankenhäusern teilnehmen und dort Ihre Fragen stellen, nicht zuletzt, um den Grundgedanken der Geburtshilfe in dieser Klinik näher kennenzulernen.
Nicht zu vergessen ist auch, dass Frauen dadurch, dass sie ihre Wünsche anbringen, aktiv die Zukunft der Geburtshilfe mitgestalten. In den letzten zehn bis fünfzehn Jahren haben in vielen Kliniken enorme positive Veränderungen stattgefunden, mit denen insbesondere auf den Wunsch der Eltern nach einer möglichst natürlichen Geburt reagiert wurde.
Das Spektrum der angebotenen Möglichkeiten ist dabei sehr groß geworden und reicht von der Wassergeburt bis zu vielen Hilfsmitteln, mit denen die Kliniken die Frauen bei unterschiedlichen Gebärpositionen unterstützen.
Auch in Bezug auf eine schöne, harmonische Raumgestaltung hat sich viel getan, damit sich die Frauen geborgener fühlen können. Zudem beziehen immer mehr Kliniken und Häuser im Gebärzimmer eine weite Palette von sanften, unterstützenden Methoden aus der Alternativmedizin mit ein. Damit sich Eltern und Kind auch nach der Geburt wohlfühlen, gibt es in einigen Kliniken sogenannte Familienzimmer, in denen auch Ihr Partner mit übernachten kann.
Es gibt Kliniken, die das Belegarzt- und/oder Beleghebammensystem anbieten, so dass Sie bei der Geburt von Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme begleitet und betreut werden können. Die meisten Frauen bleiben nach der Geburt etwa vier bis sieben Tage im Krankenhaus.
Es gibt allerdings auch die Möglichkeit einer ambulanten Geburt oder einer Frühentlassung. Das bedeutet, dass Sie schon wenige Stunden (ambulante Geburt) oder nach ein bis drei Tagen (Frühentlassung) wieder nach Hause gehen. Dort wird Sie eine freischaffende Hebamme während der ersten Zeit des Wochenbetts pflegen und betreuen. Sollten Sie diese Möglichkeit ins Auge fassen, so suchen Sie sich schon im Vorfeld eine freischaffende Hebamme, die Ihnen diese intensivere Betreuung nach der Geburt zusagt, welche über die übliche Nachsorge durch die Hebamme hinausgeht.
Checkliste zur Klinikauswahl
* Habe ich in dieser Klinik die Möglichkeit des Rooming-ins, das heißt, kann ich mein Baby die ganze Zeit bei mir im Zimmer haben, Tag und Nacht?
* Gibt es trotzdem auch ein Kinderzimmer, in dem ich das Kind auch einmal abgeben kann, wenn ich ausschlafen oder duschen möchte?
* Gibt es eventuell die Möglichkeit, eine Beleghebamme zu engagieren? Wenn ja, wie läuft das ab?
* Legt diese Klinik Wert auf eine gute Unterstützung des Stillens? Ist die Klinik eventuell von der WHO/UNICEF-Initiative “Babyfreundliches Krankenhaus” (BFHI) e. V. als stillfreundliche Klinik ausgezeichnet worden?
* Wird auf einen sofortigen Hautkontakt (Bonding) zwischen Mutter und Kind geachtet? Auch bei Kaiserschnitt?
* Werden alternative Hilfsmethoden angeboten wie Homöopathie, Bachblüten, Akupunktur, natürliche Öle/Aromatherapie?
* Wie fühle ich mich, wenn ich die Geburtszimmer besichtige? Sind sie ansprechend und warm eingerichtet? Wobei dies nicht das Hauptkriterium der Wahl sein soll. Es gibt Häuser, die noch nicht so modern eingerichtet sind, aber sehr herzliches und engagiertes Personal beschäftigen.
* Was für eine Einstellung hat der Arzt? Kann er bei einer Wehenschwäche auch erst mal eine abwartende Position einnehmen?
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